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Jahrhundertsturm „Klaus“ in Süd-/Südwestfrankreich.
Information der Deutschen Botschaft in Paris für deutsche Forst- u. a. Unternehmen zum Hilfseinsatz in den betroffenen französischen Regionen.
Der zweite Jahrhundertsturm „Klaus“ hat die französischen Regionen Aquitaine und Midi-Pyrenees besonders hart getroffen. Die 300.000 Hektar Waldfläche sind mit Schadensfällen zwischen 55 und 80 % der Bestände betroffen, d. h. 50 Mio. Fm wurden vernichtet.
Der französische Dachverband „Entrepreneurs des Territoires“, ein landesweiter Unternehmensverband der französischen Forst- und Landwirtschaft, bietet auf seiner Internet-Seite eine Hilfsangebotsbörse zum Sturm „Klaus“ vom 24. Jan. 2009. Die Unternehmen, die in irgendeiner Weise ihre Hilfe anbieten möchten, können on-line einen Fragebogen (auf Französich oder Englisch) ausfüllen und zurücksenden.
Weiterhin finden Sie die Internetadresse der „Entrepreneurs de travaux forestiers Aquitaine“ (für die Region Süd-Westen zuständiger Forstverband), die über den Sturm und die verheerenden Folgen für die Forstwirtschaft im Süd-Westen Frankreichs informiert.
Wenn Sie Interesse haben, Holz anzukaufen, können Sie sich an die „Fédération des Industries du Bois d'Aquitaine (FIBA)“ oder den „Conseil Interprofessionnel des Bois d'Aquitaine (CIBA)“.
www.e-d-t.org
www.etf-aquitaine.org
Bericht von Herrn Reinhard Michel, Simmern, der als DFUV-Vertreter vor Ort war und seine Eindrücke wie folgt zusammen fasst:
In dem Departement Landes in Frankreich sind meiner Schätzung nach zwischen 60 und 90 Millionen Fm gefallen. 90 % sind Seekiefer der Rest verteilt sich auf Pappel und ein wenig Douglasie.
Das Holz befindet sich zu 90 % in Privatbesitz und wird durch eine Forstliche Betriebsgemeinschaft verwaltet. Die Windwurfflächen liegen alle in der Ebene und wären sehr gut aufzuarbeiten. Der Boden ist reiner Sandboden. Es gibt sehr schöne Flächen wo 30 % noch stehen und der Rest lang gefallen ist, dieser Anteil beträgt rund 40 %. Weitere 40 % sind mehr als 30 % in 45 Meter Höhe gebrochen. 20 % sind Kahlschläge mit entsprechenden Bruchanteilen.
Trotzdem werden die Deutschen Unternehmer keine Chance zum Aufarbeiten bekommen, da die Franzosen alles mit eigenen Maschinen bearbeiten wollen, es sei denn, wir würden liegendes Holz kaufen. Aber auch so ist es für deutsche Unternehmer uninteressant, da der Aufarbeitungspreis der Franzosen bei 12,50 € frei Straße liegt.
Außerdem kann es gut sein das nach 4 Wochen kein Absatz mehr da ist und unsere Maschinen in Frankreich stehen, ohne eine Möglichkeit der Aufarbeitung. Des weiteren muss man bei der Entlohnung aufpassen, da in Frankreich ein dreimonatiges Zahlungsziel üblich ist.
Empfehlung des DFUV:
Ein Krisenmanagment ist in Frankreich derzeit nicht erkennbar. Das mag auch daran liegen, dass die Schadensaufnahme noch nicht abgeschlossen ist. Das Haupthindernis sind die fehlenden Vermarktungsmöglichkeiten aufgrund der Absatzkrise Europa- und weltweit. Allerdings wird man angesichts der sehr hohen Waldbrandgefahr im Sommer schnell reagieren müssen. Wir haben über ENFE kontakt zu dem dortigen Mitgliedsverband. Es steht dort das Angebot des DFUV, bei Bedarf und unter fairen Rahmenbedingungen Hilfe organisieren zu wollen. Es gibt aus Frankreich zur Zeit keine Nachfragen nach Hilfe aus Deutschland. Man kann sich lediglich über die oben genannten Kontakte registrieren lassen. Ob man darauf zurück greift, ist offen.
Wir stehen weiter mit Frankreich in Kontakt, Wunder sind zur Zeit nicht zu erwarten.
Wenn der DFUV dort aktiv wird und einen Einsatz dort empfiehlt, dann nur über eine Rahmenvereinbarung, in der Konditionen und Preise/Bezahlung/Bürgschaften verbindlich geregelt sind. Eine Anfrage bei BML in Berlin wegen einer Hermesbürgschaft ist unter den gegenwärtigen Aussichten negativ beantwortet worden.
Also: Ruhe ist die erste Bürgerpflicht ! Und bedenken Sie, dass man richtig Geld in die Hand nehmen muss, um den Transport und die ersten vier-fünf Wochen Einsatz mit Unterkunft usw. vorzufinanzieren, bevor man dann in etwa einem Vierteljahr die erste Rechnung bezahlt bekommt.
Von Einzelaktionen (Maschine auf Tieflader und los
) ist dringend abzuraten. Sie haben dort keine verlässliche Rechtssicherheit und es mangelt an Liquidität.
Da Frankreich ein typisches Land ist, in dem die Stockverkäufe Tradition haben, würde der sicherste Weg sein, für ein großes Unternehmen der Holzindustrie tätig zu werden. Nur dieser Weg ist aus schon beschriebenen Gründen derzeit verbaut.
Nach acht Einsätzen in Windwurfgebieten der letzten Jahrzehnte ist zwar der Drang mitzumachen ungebrochen, aber das Risiko muss realistisch eingeschätzt werden. Für Frankreich kann es verbandsseitig keine Empfehlung geben, mitzumachen. Unter Umständen sieht die Sache in einigen Wochen anders aus. Wir werden alle Mitglieder sofort informieren.
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